Açai

In der letzten Zeit hört und liest man in den Medien, auch in international verbreiteten Kampfsportmagazinen, von der geheimnisvollen Wunderbeere des Açai-Baumes.

Der Saft dieser Beere wurde erst durch die Medien Brasiliens bekannt und löste darauf hin einen regelrechten Gesundheitsboom aus. In Amazonien ist die Beere der Açai-Palme wegen ihres hohen Nährwertes schon längst ein Bestandteil jeder lokalen Diät.

Nach der Beendigung eines Sozialprojektes in einer Favela in der Nähe von Rio de Janeiro unterhielt ich mich mit meinem Kollegen Roman Schmitz und er erzählte mir, dass er gerade von Kampfsportlern (in diesem Fall waren es Capoeiristas) gehört hatte, dass sie auf die Wirkung der kleinen Beeren schworen. Ein Grund für mich mehr darüber in Erfahrung bringen zu wollen.

 

Die Açai-Palme ist eine sogenannte Kohlpalme (Euterpe Oleracea). Die Eingeborenen nennen sie Açairero. Sie wächst in Büscheln, d.h. jede Palme bildet mehrere Stämme aus und wird bis zu 25 m hoch. Die olivfarbenen Blätter sind sehr groß und gleichzeitig sehr fein, sie werden zum Abdecken von Hüttendächern benutzt.

Die zahlreichen, gelbfarbigen kleinen Blüten hängen in großen Blöcken und blühen von September bis Januar. Auf jede Palme kommen jährlich 3-4 Blöcke und jeder Block bringt zwischen 3-6 kg an Früchten hervor.

Die Früchte haben eine Größe zwischen 1 und 1,4 cm. Die Beeren haben eine dünne, purpurrote und am Ende der Reife eine fast schwarze Haut. Obwohl die Haupterntezeit zwischen Juli und Dezember liegt, werden die Früchte fast das ganze Jahr über geerntet.

Die Açai-Beeren werden zu einem Saft gepresst. Die Indios machen auch einen Wein daraus (Vinho de Assai). Dieser Wein soll wie Kakao schmecken und wird von ihnen mit Perltapioka oder Maniokmehl vermischt und mit Zucker oder Salz gewürzt.

Die Açai-Frucht verfügt über die höchste bisher bekannte Kapazität an Antioxidanzien aller weltweiten Früchte. Sie besticht durch ihren hohen Kalzium- und Proteingehalt sowie durch ihre optimale Fettsäurestruktur. Aufgrund dieser interessanten Wirk- und Nährstoffzusammensetzung gilt sie als das perfekte Nahrungsmittel von Mutter Natur.

Auch die Kampfsportler Brasiliens wissen natürlich, dass neben dem Training auch die Ernährung eine große Rolle spielt. Hier kommt die Açai-Beere ins Spiel: erstens enthalten die Früchte große Mengen an Protein, zweitens verbrennen sie gleichzeitig jede Menge Körperfett und drittens sind in ihnen jede Menge Vitamine verborgen, die die Regeneration des Körper nach einem anstrengenden Training unterstützen. Ein idealer Snack für jeden Sportler, der alle Shakes und Müsliriegel aufgrund seiner Naturbelassenheit in den Schatten stellt.

In Brasilien sind die Açai-Beeren und das BJJ (Brazilian Jiu-Jitsu) untrennbar miteinander verbunden, nachdem Carlos Gracie den Verzehr in seiner Familie propagandierte. Aber die große Popularität der Früchte auf nationalem Niveau kam erst in den 90er Jahren und zwar nach dem Sieg des Jiu-Jitsu über das Lutta Livre in einem großen Vale Tudo Turnier, welches 1991 im brasilianischen Fernsehen übertragen wurde und 1994, als Royce Gracie drei Kämpfe hintereinander bei einem UFC-Turnier gewann. Mit der wachsenden Beliebtheit des Gracie-Jiu-Jitsu wuchs auch die Bekanntheit der Açai-Beere. Man fand Açai in allen Saftshops rund um und in Rio de Janeiro, wo es als Sirup u.a. mit Guarana kombiniert wurde. Heute ist es völlig normal, in ein Restaurant zu gehen und Açai in Verbindung mit Krabben, Fleisch, Fisch oder Maniokmehl zu bestellen.

Mittlerweile hat die Açai-Frucht ihren Siegeszug um die Welt angetreten und in Ernährungs-, Trainings- und Diätplänen Einzug gehalten.

 

verfasst von Jörg Kuschel, Quellenangaben:
www.acai.eu
www.brasilien.de/land/florafauna/fruechte/acai.asp
de.wikipedia.org/wiki/Euterpe_oleracea
acaibeereninfo.com